Hochzeitsrede selbst schreiben: Aufbau und Inhalt

Was gehört inhaltlich in Ihre Hochzeitsrede? Wie bauen Sie Ihre Ansprache auf? Anleitung für den Brautvater und die Mutter des Bräutigams

1. Begrüßen Sie kurz

Aufbau und Inhalt: Halten Sie die Begrüßung kurz. Als Anrede genügt: “Liebe Michaela, lieber Andreas, liebe Gäste!”
Heißen Sie alle willkommen. Sagen Sie, dass Sie sich über die Gäste freuen. Manchmal ist es angebracht, einige Menschen besonders zu begrüßen. Das ist wichtig, wenn die Anwesenheit dieser Gäste keinesfalls selbstverständlich ist sondern hocherfreulich. Das können beispielsweise die betagten Großeltern des Brautpaares sein.

Gelegentlich gibt es auch schmerzliche Lücken in der Gästeliste: Die Großeltern sind zu krank, um zur Hochzeit zu kommen. Ein Elternteil ist verstorben. Erwähnen Sie diese Menschen in der Begrüßung zu Ihrer Hochzeitsrede.

2. Sagen Sie, wie das Paar sich kennenlernte

Aufbau und Inhalt: In der Regel wissen die meisten Gäste, wie das Paar sich kennengelernt hat. Nur selten waren es spektakuläre Umstände. Deshalb reichen in der Hochzeitsrede wenige Sätze zur Geschichte.

Zum Beispiel:

“2007 habt Ihr euch im Studium in Münster kennengelernt. Wenige Wochen später seid Ihr schon als Liebespaar zur Uni gegangen. Auslandssemester, Prüfungsstress, Wochenendbeziehung – Ihr wart verliebt genug, diese Zeit zu überstehen. Inzwischen wohnt Ihr seit zwei Jahren zusammen. Euer langer Atem hat sich gelohnt. Ein Liebespaar seid Ihr noch immer. Und ein Ehepaar dazu.”

3. Charakterisieren Sie Ihre Tochter/ Ihren Sohn

Aufbau und Inhalt: In jede Hochzeitsrede gehören ein paar gute Charaktereigenschaften Ihres Kindes, etwa zielstrebig, offen, liebevoll.
Doch die reine Aufzählung ist zu wenig in Ihrer Hochzeitsrede. Belegen Sie Ihre Aussage mit einem konkreten Beispiel. Woran erkennen Sie und andere, dass Ihre Tochter zielstrebig ist?

Ein Beispiel:

“Was Du dir vornimmst, das ziehst Du durch. Planvoll und mit viel Einsatz. Mit 18 beispielsweise hattest du Dir in den Kopf gesetzt, Marathon zu laufen. Gesagt, getan. Sofort hast Du begonnen, dreimal wöchentlich zu trainiert. Eineinhalb Jahre später, bist Du tatsächlich beim Kölnmarathon mitgelaufen.
Den gleichen Biss konnten wir in deiner Ausbildungszeit beobachten.Deine Überlegung lautete immer: Welche Uni, welches Praktikum, welcher Nebenjob bringt mich meinem Ziel näher? Sehr bewusst hast Du die Stationen gewählt. Dein Ziel, die Abteilung Forschung und Entwicklung, hattest Du fest im Blick.”

4. Erinnern Sie sich an schöne Momente

Aufbau und Inhalt: In diesem Teil Ihrer Hochzeitsrede ist Vorsicht geboten. Dies ist der Punkt, an dem eine Hochzeitsrede schnell peinlich wird. Wer zu ausführlich in Anekdoten und lieben Erinnerungen schwelgt, verliert sein Publikum.
Werfen Sie in der Hochzeitsrede nur kurze Schlaglichter auf die Vergangenheit. Und zwar so, dass im Kopf des Hörers konkrete Bilder und Szenen auftauchen.

Zum Beispiel:

“Wenn ich zurückdenke, dann sehe ich uns beide mit einem Berg von Legos auf dem Wohnzimmerteppich sitzen. Du ein neugieriger Grundschüler. Ich ein viel zu beschäftigter Vater. Rückblickend bin ich dankbar für jeden Sonntagnachmittag, an dem wir zusammen unsere Raumschiffe gebaut haben.  Ein paar Jahre später hockten wir dann neben deinem Mofa und haben gefeilt bis die Kiste fast 40 km/h fuhr.”

Im Idealfall finden Sie in Ihrer Hochzeitsrede eine Verbindung zu heute. Beispielsweise könnte es sein, dass der Sohn heute Motorrad fährt. Oder dass er handwerklich besonders geschickt ist. Den Grundstein haben Sie damals gemeinsam gelegt.

5. Zeigen Sie Sympathie für Schwiegersohn/ -tochter

Aufbau und Inhalt: Heißen Sie den Schwiegersohn oder die Schwiegertochter in Ihrer Familie willkommen. Das gehört zur Tradition der Hochzeitsrede. Finden Sie dann ein paar nette Worte für das neue Familienmitglied.

Ein Beispiel:
“Du bist ein sehr angenehmer Schwiegersohn. Wir mögen deinen Humor und deine offene, unterhaltsame Art. Und natürlich sind wir froh, dass wir gelegentlich von deinem juristischen Wissen profitieren dürfen.”

Wenn Sie den Schwiegersohn oder die Schwiegertochter nicht so sehr mögen, sehen Sie ihn/sie mit den Augen Ihres Kindes. Was schätzt und liebt Ihre Tochter an diesem Mann? Was macht sie glücklich? In Ihrer Hochzeitsrede kann das etwa so klingen:

Ein Beispiel:
“Julia ist eine liebenswerte Chaotin. Du hingegen, lieber Markus, bist sehr strukturiert und überaus ordentlich. Ich glaube, Julia braucht genau diesen Gegenentwurf. Wenn sie den Überblick verliert, weißt Du immer was zu tun ist.”

Das klingt doch deutlich netter als: Du bist ein Pedant und Besserwisser. Schließlich wollen Sie in der Hochzeitsrede, die Sie schreiben, gute Stimmung verbreiten.

6. Schildern Sie, was das Brautpaar verbindet

Aufbau und Inhalt: In diesem Teil der Hochzeitsrede sprechen Sie nicht nur über Ihr Kind sondern auch über den Partner und die Verbindung der beiden.
Verbindung entsteht durch gemeinsame Hobbys. Gibt es die? Was tun die beiden in ihrer Freizeit? Geben Sie in Ihrer Hochzeitsrede ein paar Stichworte

Verbindung entsteht durch gemeinsame Aufgaben. Hat das Paar Projekte, die es zusammen anpackt wie Hausbau, Garten anlegen, berufliche Aufgaben, Kinder erziehen? Nennen Sie in der Hochzeitsrede ein solches gemeinsames Vorhaben.

Verbindung entsteht auch durch gemeinsame Werte, wie zum Beispiel Familie, Umweltbewusstsein oder Gemeinsinn. Nennen Sie in Ihrer Hochzeitsrede konkrete Beispiele.

Hier ein Beispiel für Gemeinsinn:
“Jessica trainiert die Jugendmannschaft Ihres Volleyballvereins. Thomas engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr.”

Oder veranschaulichen Sie in der Hochzeitsrede, woran Sie merken, dass die Familie für das Brautpaar ein wichtiger Wert ist.

Beispielsweise so:

“Ihr beide haltet engen Kontakt zu euren Eltern und Geschwistern. Familie ist euch wichtig. Regelmäßig seid Ihr bei den Eltern von Thomas und bei uns zu Besuch. Reihum trefft Ihr eure Brüder und Schwestern und fühlt euch wohl in den jeweiligen Familien des Partners.”

7. Gute Wünsche und Toast

Gute Wünsche gehören in jede Hochzeitsrede. Sie können Gesundheit, Glück und lebenslange Verbundenheit wünschen. Am Ende der Hochzeitsrede können Sie auch um Gottes Segen für das Paar bitten.

Gerne geben Eltern ihren Kindern einen Rat mit. Hier, am Schluss der Hochzeitsrede, ist der Ort, diesen Ratschlag kurz zu erteilen. Vorsicht vor Stimmungstiefs zum Abschluss der Hochzeitsrede.

Eine Ehe ist zwar kein immerwährender Sonnenspaziergang. Aber sie ist auch keine Expedition in die Kälte. Achten Sie auf eine positive Wortwahl bei Ihrem Ratschlag. Die Stimmung am Ende der Hochzeitsrede soll positiv bleiben.
Verbreiten Sie Fröhlichkeit und Zuversicht. Fordern Sie dann alle auf, mit Ihnen und dem Brautpaar anzustoßen.

Expertin schreibt Brautvaterrede

Dr. Hilde Malcomess

Schwanenweg 10
53819 Neunkirchen-Seelscheid
Telefon dt.Festnetz: 02247 89712

info@hochzeitsrede.de

Meine Seite für Hochschulen und Geschäftskunden:
www.die-rede.de

Sie möchten Hilfe bei der Hochzeitsrede?

Wir besprechen Inhalt und Stil Ihrer Hochzeitsrede. Wir üben die Präsentation der Rede. Per Telefon, Skype oder persönlich.

Oder: Sie lassen Ihre Hochzeitsrede von mir schreiben. Als Redenschreiberin unterstütze ich Sie gerne.

  Hochzeitsrede halten  Hochzeitsrede schreiben

Gespräche über Ihre Hochzeitsrede sind Vertrauenssache. Deshalb bleibt der Kontakt unter uns.

Die ideale Hochzeitsrede

Die ideale Rede zur Hochzeit ist ein Geschenk an das Brautpaar. Sie

  • dauert drei bis fünf Minuten,
  • hat kurze Sätze,
  • bringt ein, zwei konkrete Besipiele,
  • erzählt von Gemeinsamkeiten,
  • entspricht dem Stil des Redners,
  • klingt heiter und warmherzig.

Große Gefühle

Selten sind Familie und Gäste so bewegt wie am Tag einer Hochzeit. Eine Heirat ist der Ausdruck großer Gefühle: Liebe, Zuversicht und Glück.

Wer sich traut, beweist Mut. Das Leben ändert sich. Das eigene und auch das der Angehörigen und Freunde.

Eine geglückte Hochzeitsrede ist der Höhepunkt des vergnügten Festes.

Tipps von den Besten

„Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“

Mark Twain

.


.

„Wer so spricht, dass er verstanden wird, spricht immer gut.“

Jean Baptiste Molière